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garp:

doridoreau:

“Es zeigt sich, dass das vorgeschlagene Verfahren rechtswidrig ist und als Grundlage für weitere Diskussionen wenig taugt.”

Es sollte eigentlich ein eigenes Posting werden, aber es passt auch als Ergänzung zu diesem Zeit-Artikel.

Von User27 @ winfuture.de:

Illegalität mit Tradition? In der Bäckerei lag heute Morgen auf einem Stehtisch eine herrenlose Zeitung. Ich habe mich zuerst gefreut, dass ich kostenlos einen Blick hinein werfen konnte, aber dann wurde mir klar, dass ich mich hier eines Verbrechens schuldig gemacht habe. Ich habe urheberrechtlich geschütztes Material genutzt, das, wie in einer anonymen Filesharing-Börse von einem Unbekannten, in Manier einer Raubkopie (in Originalqualität!), öffentlich verfügbar gemacht wurde.

Ich habe mich mit meinem Vater über das Problem unterhalten, um mir seinen Rat wegen einer Selbstanzeige bei der Polizei zu holen.
Er hat gemeint, dass er schon als Kind beobachtet habe, wie in verschiedenen Umfeldern Zeitungen, mit der vollen Absicht des ‘Teilens’ nach dem Lesen, für den Nächsten liegengelassen wurden. Sein Vater hätte ihm damals erklärt, die Menschen machten das, um auch den ärmeren Leuten, die sich womöglich die Zeitung nicht leisten könnten, die Lektüre der Zeitung zu ermöglichen.

Auf der Polizeiwache hat mir der Beamte vorhin dann erklärt, dass ich mich hier - nach aktueller Rechtssprechung - wohl noch nicht eines Verbrechens schuldig gemacht habe. Unter Umständen könnte man aber den ‘Spender’ - und demnächst dank ACTA auch die Bäckerei - haftbar machen, für täglich mehrere tausend Euro Umsatzverlust für den Zeitungsverlag. Da ginge es schließlich um den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Die Chefin der Bäckerei hat vorhin allerdings gemeint, dass sie lieber für den Erhalt der Arbeitsplätze ihrer eigenen Mitarbeiter sorgt und mehr Semmeln statt einer zusätzlichen Zeitung verkauft. (via)

Genau dieses Beispiel zeigt wohin die Reise gehen soll und wie falsch die Behauptung ist, dass das aktuelle Urheberrecht würde die Kulturschaffenden schützen.
Es sind ausschliesslich die Vertreter der Industrien, die den Kunstbegriff des geistigen Eigentums erfunden haben und ihn als hohes Gut verankern wollen.
Unsere Kultur, unsere Wissenschaft und auch ein Großteil unserer Industrialisierung basieren auf einem andern Prinzip.
Schon immer war Teilen und Kopieren das Prinzip der Wissenschaft, der Kultur und der Gesellschaft. Nicht die Raubmordkopierer und Piraten sind die Totengräber von Kunst, Kultur und Wissenschaft, sondern die Industrien, die die Grundlage von Kunst, Kultur und Wissenschaft aus Gewinnsucht mit Hilfe von gekaufter Politik beseitigen wollen.

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doridoreau:

“Es zeigt sich, dass das vorgeschlagene Verfahren rechtswidrig ist und als Grundlage für weitere Diskussionen wenig taugt.”

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Michael Weiss über Filesharing und Urheberrecht.

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